30.04.2018

Modernisierung der Kläranlage in Mainz

Anfrage zur Stadtratssitzung am 09.05.2018

Gegenwärtig wird an vielen Orten in Deutschland festgestellt, dass öffentliche Gewässer mit multiresistenten Keimen belastet sind. Anfang April 2018 war der Berichterstattung in den Medien zu entnehmen, dass der Wirtschaftsbetrieb der Stadt Mainz bei der TU Kaiserslautern eine Studie in Auftrag gegeben hat, um zu klären, ob sich eine sogenannte „vierte Reinigungsstufe“ in der Kläranlage in Mainz installieren ließe. In dieser Reinigungsstufe soll das Abwasser zusätzlich mit Ozon behandelt und anschließend durch Aktivkohlefilter geleitet werden, um Mikroschadstoffe wie Hormone, Pestizide und Medikamentenreste aus dem Wasser herauszufiltern.

Daher fragen wir an:

1. Würden bei einer vierten Reinigungsstufe nach diesem Verfahren auch multiresistente Keime im Abwasser unschädlich gemacht werden? Die Kläranlage in Ludwigswinkel ist derzeit die einzige in Rheinland-Pfalz, in der eine Reinigungsstufe installiert wurde, die multiresistente Keime unschädlich macht. Diese Stufe verwendet eine UV-Bestrahlung des Abwassers.
2. Ist evtl. daran gedacht, auch dieses Verfahren in der Kläranlage in Mainz zur Anwendung zu bringen?
3. Falls beide Verfahren multiresistente Keime unschädlich machen, welches der Verfahren wäre aus Sicht des Wirtschaftsbetriebes zweckmäßiger und wirtschaftlicher?
4. Wäre evtl. eine Kombination beider Verfahren sinnvoll und in Betracht zu ziehen?
5. Gibt es eine Technik, um Mikroplastik aus dem Abwasser herauszufiltern? Falls JA: Ist daran gedacht, die Kläranlage in Mainz mit der entsprechenden Technik auszustatten?

Dr. Claudius Moseler
Fraktionsvorsitzender

Antwort der Verwaltung