Peter Leussler – Erfinder der Bürgerbank

ÖDP-Spitzenkandidat Peter Leussler im Gespräch auf der „Bürgerbank“ am Rheinufer (Foto: Wilhelm Schild)

Wer hat’s erfunden? Eigentlich war es Forrest Gump. Im Film sitzt er auf einer Parkbank und kommt mit jedem ins Gespräch. Doch erst Peter Leussler hat daraus ein praxistaugliches Konzept für die Kommunalpolitik gemacht. Ein Neustadt-Bankert erfindet die Bürgerbank.

Einmal die Woche sitzt er unter den rauschenden Kronen der Bäume am Rhein. Ansprechbar für jeden. Sozusagen der Friseur, dem man alles erzählen kann. Nur die Haare bekommt man nicht geschnitten. Ein niederschwelliges Angebot. Vorbeischlendern, kurz innehalten und sagen „…ach, übrigens, der Schiffsanleger ist Mist“. So geht Bürgerbeteiligung.

Ein innovativer, kreativer Kopf war Leussler schon immer. Während im Ortsbeirat in der Regel selten über den großen Wurf diskutiert wird, produziert Leussler grundlegend neue Ideen mit Tragweite. Die Entwicklung der Petersaue zum Naherholungsgebiet (siehe ausführlichen Bericht in dieser Ausgabe) ist eine davon.

Weil Peter sich als waschechtes Neustadt­gewächs im Meenzer Dialekt zu verständigen pflegt, wird er nicht selten unterschätzt und von oben herab belächelt. So meinte erst kürzlich eine „Kollegin“ aus dem Ortsbeirat gönnerhaft zu ihm: „Gell, Peter, dass Du kein richtiger Politiker bist, wissen wir doch beide, nicht wahr?“ Dabei kann ihm an Findigkeit und Ideenreichtum wohl kaum jemand das Wasser reichen.

Sein Potential erkannt haben hingegen die Medien. Egal ob Zeitung, Internet, Radio oder Fernsehen: Man interessiert sich für ihn. Er ist echt und unverblümt und steht zu seiner Meinung. Und das kommt an. Nicht zuletzt sind seine Menschlichkeit und seine soziale Ader der Schlüssel zum Erfolg.

Sozial sein heißt für ihn: anpacken. Ins Egli-Heim gehen und den Obdachlosen deftige Wurst und belegte Brötchen bringen. Regelmäßig eine Wohngemeinschaft mit Behinderten besuchen oder Lebensmittel, die abzulaufen drohen, vor seinem Geschäft kostenlos an Bedürftige verteilen. Von letzterem wünscht er sich, dass künftig so etwas mehr Geschäftsleute in der Neustadt tun. Denn so bekämpft man Lebensmittelverschwendung und Armut zugleich. Deshalb will er, sollte er bei der Kommunalwahl im Mai wieder in den Ortsbeirat der Neustadt gewählt werden, hieraus eine Konzeption für den gesamten Stadtteil entwickeln, will Geschäftsleute ansprechen und Initiativen ins Boot holen. „Ich bin sicher, da finden sich Nachahmer“, sagt Peter Leussler, „genau wie bei der Bürgerbank. Anfangs hat man gelächelt. Jetzt haben schon andere ÖDP-Ortsgruppen und sogar andere Parteien nach der Blaupause gefragt.“

Autor: Wilhelm Schild

Petersaue

Muss ein Naherholungsgebiet werden – die Petersaue (Foto: Wilhelm Schild)

Die Petersaue ist mit ihren 50 Hektar größer als die Insel Mainau im Bodensee. Sie erstreckt sich über drei Kilometer Länge. Über die Kaiserbrücke wäre sie für Fußgänger, Radfahrer und Jogger frei zugänglich, wenn die große Frei­treppe von der Brücke auf die Insel nicht hinter Schloss und Riegel wäre. Auch wenn die Peters­aue zu Hessen gehört, sollten Mainz und Wiesbaden die Chance nutzen, sie als gemeinsames Naherholungsgebiet für beide Landeshauptstädte zu erschließen. In ganz Deutschland existieren Wasserschutz- und Naturschutzgebiete, die für den Tourismus erschlossen sind und Erholungssuchenden offenstehen. Die Petersaue ist Allgemeingut und muss frei zugängliches barrierefreies Naherholungsgebiet für alle werden. Das sollte nicht an Landesgrenzen scheitern. Die Freitreppe könnte durch eine große Betonschnecke ersetzt werden, über die Rollstühle, Kinderwagen, Fahrräder kreisend nach unten auf die Insel fahren können. Auf der Insel selbst sollen Spazierwege angelegt werden. Durch Anlegestellen, auf der Mainz zugewandten Seite der Insel, werden sich Freizeitpaddler und Bootsführer zu Erkundungstouren auf der Petersaue animiert fühlen. Auf der nach Wiesbaden liegenden Seite existiert bereits ein Bootshafen.

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