Geplante Maßnahmen zum Klimaschutz in der Stadt

Anfrage zur Stadtratssitzung am 25.09.2019

Mögliche Auswirkungen der geplanten Bebauung an der Ludwigsstraße auf das lokale Mikroklima und die thermische Belastung im Bereich der Ludwigsstraße und der angrenzenden Innenstadt sind nicht auszuschließen. Ziel der Stadtentwicklungspolitik ist es jedoch, nachhaltige und lebenswerte Lebensverhältnisse in der Stadt zu erhalten. Bestehenden Wärmeinseleffekten im Zentrum der Innenstadt sollte aktiv entgegengewirkt werden um eine gleichbleibende oder verbesserte Aufenthaltsqualität und Behaglichkeit in Gebäuden und im Stadtraum bei gleichzeitiger Vermeidung unnötiger Energieverbräuche zu Heiz- und Kühlzwecken zu schaffen.

Daher fragen wir an:

1. Wurden die ortsspezifischen klimaökologischen Funktionsabläufe analysiert und bewertet? Welche Ergebnisse resultieren aus diesen Untersuchungen?

2. Wurde eine klimaökologische Analyse und eine Bewertung des vorgestellten Investorenkonzepts und der Überlegungen zu der weiteren, insbesondere der vertikalen Nachverdichtung in der Ludwigsstraße durchgeführt (geplante Aufstockung aller Pavillons von 2 auf 4 bzw. 5 Geschosse (WMF-Gebäude + 1 Geschoss, Chinapavillon in gleicher Höhe), zusätzliches Geschoss auf Karstadtparkhaus (Hotel)?

3. Welche thermo/klimatischen Veränderungen im Bereich der Ludwigsstraße und in ihrem Umfeld sind durch die geplante Bebauung im Vergleich zum Ist-Zustand zu erwarten?

4. Wurden Simulationen zur Klimatologie, bzw. eine Mikroklimasimualtionsstudie (Ist-Zustand, Worst Case – Optimized Case) durchgeführt, um in der Wettbewerbsauslobung als Entwurfsgrundlagen optimierte Baustrukturen für eine Verbesserung des innerstädtischen Kleinklimas zu empfehlen?

5. Werden energetische und adaptive Klimaschutz- und Klimaanpassungskriterien in den Wettbewerben aufgenommen und wie werden sie gewichtet?

6. Werden stadtklimatischer Gesichtspunkte bei der Gestaltung von Gebäuden und Freiflächen als Grünflächen und Klimakomfortzonen berücksichtigt? (z. B. Freihalten von Luftleitbahnen, Oberflächenentsiegelung, höhere Reflektionsgrade, Schaffung von Schattenplätzen, Ausgleich bei unvermeidbarer Versiegelung, Gründächer, Fassadenbegrünung, hohes Grünvolumen). Wenn ja, welche?

7. Werden auf der architektonischen Detailebene die Aspekte der Klimaanpassung (z. B. Sonnenschutz/Verschattung/Speichermasse/Gebäudebegrünung/Dachgestaltung/Materialwahl/Fassadenfarbe/Ausrichtung der Gebäude) berücksichtigt?

8. Durch hohe sommerliche Temperaturen ist mit einem verstärkten Energieverbrauch für Kühlung und Klimatisierung zu rechnen. Welche konkreten Vorgaben gibt es zur Energieeinsparung bzw. Nutzung von erneuerbaren Energien für die Gebäudeklimatisierung?

9. Welche Überlegungen gibt es, zur Vermeidung einer Aufheizung der Umgebung durch die Gebäudeklimatisierung des geplanten Einkaufskomplexes? 10. Als Vorsorge und zur Risikominimierung sollten multifunktionale Grün- und Freiflächen entwickelt werden, die für eine temporäre Überschwemmung Starkregen) geeignet sind. Welche Vorgaben werden hierzu in der Wettbewerbsauslobung gemacht?

Dr. Claudius Moseler
Fraktionsvorsitzender

Antwort der Verwaltung


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