Antrag / Anfrage / Rede
Ausbau des Radnetzes in Mainz
Anfrage zur Stadtratssitzung am 04.02.2026
In den Jahren 2024 und 2025 fanden umfangreiche Veranstaltungen und Planungen der Verwaltung zur Neugestaltung des Mainzer Radnetzes statt. Darüber hinaus gab es u.a. auch am 10.09.2025 Videokonferenzen für die Ortsbeiräte. Hier gab es allerdings nur einseitige Informationen der Verwaltung, ohne dass die vorliegenden oder notwendigen Verbesserungen im Detail in den Stadtteilen besprochen und diskutiert werden konnten.
Gleichzeitig bilden sich im Stadtgebiet verschiedene Bürgerinitiativen, die sich gerne kritisch in die Debatte einbringen möchten. Dabei braucht es hier nicht nur Informationsveranstaltungen, sondern auch echte Beteiligungsformate auf der Ebene der Mainzer Ortsbezirke, damit sich möglichst viele Menschen einbringen können. Insbesondere in Gonsenheim gibt sehr viel Kritik an der Vorgehensweise des Dezernats für Umwelt und Mobilität. Hier gilt es, notwendige Veränderungen in der Verkehrspolitik nicht durch mangelnde Beteiligung und fehlende Vertrauensbildung der Bevölkerung zu gefährden. Darüber hinaus müssen wir auch Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer im Blick behalten, die nicht in der Lage sind das Rad zu nutzen, d.h. mögliche Nachteile durch entsprechende Planungen zu vermeiden.
Wir fragen daher an:
1. Wie geht es in 2026 generell mit den Planungen für das Mainzer Radnetz weiter?
2. Für die Planungen des Radnetzes auf der Ebene der Ortsbezirke sind aus Sicht der ÖDP örtliche Beteiligungsformate erforderlich und zwar für den Ortsbeirat als auch die Bürgerinnen und Bürger. Beabsichtigt die Verwaltung solche Formate durchzuführen? Wenn ja, wann? Wenn nein, warum nicht?
3. Welche Aspekte der jetzt vorliegenden Radroutenplanungen spielen für die Umwandlung von Straßen in Fahrradstraßen eine entscheidende Rolle? Nach welchen Kriterien werden in Zukunft Straßen in Fahrradstraßen umgebaut?
4. Macht es Sinn Fahrradstraßen in Wohngebieten mit Tempo 30 km/h anzulegen?
5. Wer entscheidet in Zukunft über die Anlage von Fahrradstraßen? Werden dazu alle zuständigen Gremien der Stadt (Ortsbeirat, Mobilitätsausschuss, Stadtrat) eingebunden?
6. Am Beispiel des Bereiches Gerhard-Hauptmann-Straße/Nerotalstraße in Gonsenheim fragen wir an, wie sich die Verwaltung zu den Vorschlägen der Bürgerinitiative „Radaberfair“ positioniert (hat)?
7. Im Juni 2025 wurden dazu 2200 Unterschriften der Verwaltung übergeben. Hat die Verwaltung dazu eine Stellungnahme abgegeben?
Dr. Claudius Moseler
Fraktionsvorsitzender