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Zukunft Innenstadt - Fortschreibung und Anpassung des Innenstadtentwicklungskonzepts „IEK“

Antrag zur Stadtratssitzung am 24.3.2021

Der Stadtrat möge beschließen:

Das Innenstadtentwicklungskonzept „IEK“ wird auf seine Widerstandsfähigkeit bezüglich der sich abzeichnenden strukturellen Veränderungen im Einzelhandel und in der Arbeitswelt überprüft.

Die Projekt- und Maßnahmenliste des IEK wird unter Berücksichtigung der folgenden Anforderungen angepasst und durch entsprechende Umsetzungsmaßnahmen ergänzt:

a) Strukturwandel Einzelhandel

b) Strukturwandel Arbeitswelt

c) Bedarf an bezahlbarem Wohnraum

d) Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der Klimpraxstudie

Begründung:

Nicht erst seit Corona stehen unsere Innenstädte vor einem großen Strukturwandel. Digitalisierung aller Lebensbereiche, beschleunigt durch die Pandemie, sowie Klimawandel und exorbitanter Ressourcenverbrauch erfordern für ein zukunftsfähiges Innenstadtkonzept ein enormes Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, außerdem Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten. Daher ist es notwendig, die vorhandenen Strategien zu überprüfen, anzupassen und bei Bedarf neue Handlungsansätze zu erarbeiten.

Bereits in den Gutachten von Bulwiegesa und Junker & Kruse zu den Plänen von ECE, wurde die Mainzer Einkaufsstadt als zu weitläufig definiert und eine Konzentration des Handels empfohlen.

Durch die Digitalisierung wird der stationäre Einzelhandel die Innenstadt in Zukunft – bis auf den Kernbereich – weniger prägen. Die Stadt wird mit vielen Leerständen rechnen müssen. Die Innenstadt lebt allerdings von hohen Frequenzen.

Die Arbeitsstrukturen in den Büroberufen werden sich durch Homeoffice erheblich verändern. Das heißt, es kommen auch weniger Pendler in die Innenstadt, die einkaufen, mittags essen, Kaffee trinken.

Frei werdende Ladenlokale durch Onlinehandel, frei werdende Büroflächen durch Homeoffice und Videokonferenzen erfordern neue Konzepte mit dem Ziel einer Vermischung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit.

Im Quartier gleichzeitig zu wohnen, zu arbeiten und einzukaufen bietet auch die Chance, klimagerechter zu leben. Und die City bleibt auch nach Ladenschluss noch lebendig.

Auch die Sichtbarkeit von Mainz als Stadt der Wissenschaft (Hochschule, Forschungseinrichtungen, Museen, Bibliotheken), könnte Leerstände in der Innenstadt wiederbeleben.

Dr. Claudius Moseler
Fraktionsvorsitzender